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Alles begann, als Klaus Koch nachts Geräusche, „ähnlich wie ein Rutschen", in seinem Schornstein hörte. Aber die nächsten zwei Tage war dann wieder alles still. Doch dann hörten der Rentner und seine Frau ein vogelartiges Rufen. „Erst dachten wir, dass die Nachbarstochter Tiergeräusche nachmacht", meint Emmi Koch. Tatsächlich war es aber die kleine Eule, die seit rund zwei Jahren bei den Kochs in der Tanne saß. Mit spitzen Ohren lokalisierte das Paar den Laut im Kaminschacht. Erst wollten die Kochs die Feuerwehr benachrichtigen, nahmen dann aber Kontakt zu ihrem Schornsteinfeger auf. Sie erhielen außerdem vom Tierschutzverein in Eutin die Auskunft, dass auch Günther Kurz hilfreich zur Seite stehen kann. Er engagiert sich ehrenamtlich für die „Stiftung Elisabeth Mierendorff - Hilfe für Tiere in Not". Die Rettungsaktion startete. „Als erstes versuchten wir, vom Dach durch den Schacht mit einem Kunststoffbesen den Vogel nach unten zu drücken", berichtet Quander. So wollten die Retter das Tier zur Revisionsklappe schieben und es dort rausholen. Doch der Vogel hatte noch genügend Energie, um sich in dem Verbindungsstück zum offenen Kamin des Hauses zurückzuziehen. Mit Spiegel und Taschenlampe lokalisierte das Rettungsteam die Eule. Es brauchte mehrere Versuche bis letztendlich der Kauz mit dem Stahlbesen von seiner Position „verschoben" und durch die Revisionsklappe gerettet wurde. „Er wollte schon wieder hochkrabbeln, doch ich habe ihn gerade noch an den Fängen greifen können", erzählt Kurz. der den Vogel zu sich nach Hause nahm. Dort reinigte der Eulenfachmann das von Ruß geschwärzte sowie mit einigen Blessuren behaftete und geschwächte Tier. Die drei dem Kauz servierten toten Küken putzte er gleich weg - ein gutes Zeichen. „Ich habe schon alle möglichen Tiere aus Schornsteinen rausgeholt - beispielsweise Enten, Ratten, Tauben und besonders viele Dohlen. Fast alle waren tot. Das ist meine erste überlebende Eule", erzählt Quander von seinen Erfahrungen als Schornsteinfeger. Und er weiß, wie sich solche Probleme vermeiden lassen. „Nach dieser Aktion haben wir uns gleich ein Vogelschutzgitter montieren lassen", erzählt Klaus Koch. Die Kosten für die Stahlkonstruktion liegen je nach Größe um die 30 Euro, zuzüglich Montagekosten, die man sparen kann, wenn der Einbau im Rahmen des Schornsteinfegens erfolgt. Michael Quander warnt inständig vor Eigenkonstruktionen: „Darauf setzt sich Schnee ab und vereist. Dadurch kann der Rauch nicht mehr abziehen und giftiges Kohlenmonoxid führt schnell zum Tod der Hausbewohner." Aber auch ein totes Tier im Schornstein kann die gleiche Wirkung erzeugen! Das Happy End: Der Kauz wurde von Günther Kurz beringt und von Emmi Koch in seinen Gefilden in die Freiheit entlassen. Mehr über die Arbeit von Tierschützer Günther Kurz ist im Internet unter www.stiftung-mierendorff.de zu erfahren. AH
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