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Aus der anfänglichen Scheu entwickelte sich bei den Tieren ein großes Zutrauen. „Kraule, kraule" ist das Zauberwort, das vor allem der etwa zwei Jahre alte Rudi über alles liebt, weil es dann Streicheleinheiten hinter dem Kopf gibt. Fortan saß er auf der Schulter von Marlies Lupke, hatte Spaß, die Katzen zu necken, nahm alle zwei Tage in einer großen Schüssel ein Bad und genoss die vegetarischen und fleischigen Leckereien. Rudi kann inzwischen sogar seinen Namen sagen und macht das Miauen von Katzen nach. Emil ist etwas zurückhaltender. Beide Vögel hatten ein tolles Rabenleben. Trotz aller Liebe zu ihren gefiederten Freunden wusste die Tierliebhaberin, dass die Raben mehr Platz für eine artgerechte Haltung benötigten. Sie selber lebt in einer kleinen Wohnung und hat keine Möglichkeiten, eine Voliere aufzustellen. Die Odyssee begann. In ganz Deutschland telefonierte sie herum und fand letztendlich im hohen Norden Hilfe. Ein Schwerpunkt der Mierendorff-Stiftung ist die Pflege von (kranken) Vögeln aller Art. In besonderen Fällen, wie in diesem, werden fachkundige Personen mit der Betreuung beauftragt. Per Tierspezialtransport traten Rudi und Emil innerhalb eines Tages die Reise von Bayern nach Ostholstein an. „Danke. Rudi und Emil dürfen leben und ein Stück Freiheit genießen", schrieb Marlies Lupke zusammen mit einer ausführlichen Beschreibung, was die Tiere gern mögen, an Kurz. Untergebracht sind die Raben nun bei der „Tierhilfe Ostholstein" in Stolpe. Die neue Voliere haben sie gut angenommen. „Ich glaube, dass Rudi sogar das Fliegen wieder lernen kann", ist sich Anna Gomberg, die Leiterin der Tierhilfe, sicher. Dafür ist aber eine noch größere Voliere vonnöten. Gomberg hofft auf Spender, die entweder finanziell oder mit einer Voliere weiterhelfen können. Wenn alles klappt, kann zumindest Rudi eines Tages wieder in die Freiheit entlassen werden.
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