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EUTIN. Die im vergangenen Jahr in Eutin gegründete »Stiftung Elisabeth Mierendorff - Hilfe für Tiere in Not -« hat zwischenzeitlich ihre Arbeit aufgenommen und das erste Projekt erfolgreich gestartet. Auf dem Gelände des jagdlichen Schießsport- und Kommunikationszentrums in Kasseedorf wurden mehrere Volieren für kranke und verletzte Tag- und Nachtgreife gebaut.
»Damit sind wir einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Erfüllung der Stiftungssatzung gegangen«, erläuterte Günter Kurz aus Zarnekau, der das Artenschutz-Projekt für kranke und verletzte Greifvögel leitet. Der seit 25 Jahren in der Uhu-Hege und -Pflege erfahrene Experte hat auch den Bau der Volieren geleitet. Dabei wurde er tatkräftig von den Jägern Torben Meissner, Konrad Gräne, Rudolf Feddersen, Hans-Jürgen Pinn, Joachim Püst, Wilfried Ehlers sowie Andre und Peter Schollenberger unterstützt. Es ist Ziel der »Stiftung Elisabeth Mierendorff - Hilfe für Tiere in Not -«, dass die bei Verkehrsunfällen oder anderen Vorkommnissen verletzten Tag- und Nachtgreife bei der Stiftung (Telefon 04521- 7 76 19 09) gemeldet werden. Dort wird dann die fach- und sachgerechte Anlieferung und anschließend auch die Pflege organisiert. Ein Tierarzt achtet dabei auf die artgerechte Pflege der aufgenommenen Tiere. Günter Kurz bekräftigte, dass es weitere Zielsetzung der Stiftung ist, die in Kassedorf erfolgreich gepflegten Vögel nach dem Genesungsprozess wieder in ihre angestammten freien Lebensräume zu entlassen. Die ersten â»Patienten« in den Vogelvolieren auf dem Gelände des jagdlichen Schießsport- und Kommunikationszentrums in Kasseedorf sind drei durch den Zusammenprall mit Kraftfahrzeugen verletzte Uhus. Sie werden jetzt solange behandelt und gepflegt, bis der Gesundheitszustand die Wiederfreilassung zulässt, »ich bin sicher, dass dies zumindest beim ersten Patienten in wenigen Wochen bereits soweit sein wirdâ«, sagte Günter Kurz. Für den Bau der Volieren war eine Investition von mehr als 8000 Euro erforderlich. Die Umweltlotterie BINGO hat sich daran mit einem Zuschuss in Höhe von 5000 Euro beteiligt. Die Namensgeberin der Stiftung ist Elisabeth Mierendorff. Die Eheleute Eberhard und Elisabeth Mierendorff aus Eutin-Fissau gehörten zu den Persönlichkeiten der ostholsteinischen Kreisstadt, die sich über Jahrzehnte aus jagdlicher und tierschützerischer Sicht eng mit dem Wild und den Jagdhunden verbunden fühlten und sich besonders um das Wohl der Kreatur kümmerten. Eberhard Mierendorff war mit dem Zwinger »Vom Krückenmoor« ein über die Region hinaus bekannter und erfolgreicher Züchter von Jagdhunden der Rassen Deutsch Kurzhaar und Dackel. Elisabeth Mierendorff litt zunehmend unter dem Gedanken, dass der Mensch dem Wild durch seinen dominierenden Landschaftsanspruch und durch den Strassenverkehr immer mehr ungewollt Leid zufügt. Sie wollte dazu beitragen, diesem Geschehen dadurch entgegen zu treten, indem sie innerhalb des großen Tierschutzgedankens bessere Hilfen für das leidende Wild initiierte. Sie sah es aber auch als zwingend erforderlich an, dass für die Hege des Wildes auch gezielte Eingriffe in die Population notwendig sind.
Als Elisabeth Mierendorff im Jahre 1999 verstarb, verfügte sie testamentarisch, große Teile ihres Nachlasses dem Bereich des Tierschutzes zur Verfügung zu stellen. Dadurch sollte präventiv daran gewirkt werden, Tierunfälle zu vermeiden und Qualen des Wildes nach Kräften zu mindern. Diese Gedanken legte Elisabeth Mierendorff ihrem Testamentsvollstrecker, dem Amtsgerichtsrat a. D. Harry Kurz, einem sehr engen Freund und Vertrauten der Familie, ans Herz. Mit seinem Sohn Günter Kurz, seiner Tochter Sabine Fischer, dem Tierarzt Dr. Guido Spitz und dem Amtsrichter Otto Witt - als Vorsitzenden - wurde der Stiftungsrat gebildet. In enger Zusammenarbeit mit dem Vorstand, dem der Landesobmann von ProNatur, Gerd Schumacher - als Vorsitzender -, der Landwirt Jürgen Meyer und der Diplom-Forstingenieur Christian Meissner angehören, entstanden Satzung und Pläne, um den Willen von Elisabeth Mierendorff möglichst schnell umsetzen zu können. Grundlage des Handelns war dabei stets das Motto »Der Mensch als intensiver Lebensraumkonkurrent verbraucht natürliche Ressourcen und vertreibt oder gefährdet weltweit Mitgeschöpfeâ«.
Mit dem Aufbau einer Greifvogelvoliere für kranke und verletzte Tag- und Nachtgreife haben die Verantwortlichen der Mierendorff-Stiftung inzwischen erste praktische Maßnahmen in Angriff genommen. Das benöigte artgerechte Gelände für die Voliere stellte die Betreibergesellschaft des jagdlichen Schießsport- und Kommunikationszentrums Kasseedorf zur Verfügung. Das erforderliche Holz steuerte die Firma Bernd Jorkisch aus Daldorf bei. Durch den Straßenverkehr in Bedrängnis geratenen Menschen und Tieren soll die zentrale Vermittlungsstelle helfen. Die dafür erforderlichen Kontakte stellt im Bedarfsfall Konrad Gräne her. Er ist unter der Eutiner Telefon-Nummer 04521 - 7 76 19 09 zu erreichen. Darüber hinaus sollen durch sach- und fachgerechte Beratungen mit den örtlich Betroffenen Unfallschwerpunkte an öffentlichen Verkehrswegen durch Präventivmaßnahmen zum Schutz von Menschen und Tier sicherer gestaltet werden. Die Stiftung ist ferner jederzeit bemüht, so Günter Kurz, weitere Einzelprojekte zu erkennen und Tieren in Not im Sinne von Elisabeth Mierendorff zu helfen. Die Verantwortlichen der »Stiftung Elisabeth Mierendorff - Hilfe für Tiere in Not -« freuen sich über weitere Anregungen und Informationen sowie über Spenden, für die umgehend Spendenbescheinigungen ausgestellt werden können.
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